Du bist Linkshänder und willst Mandoline lernen? Gute Nachricht: Es gibt mehrere Wege – und keiner ist falsch. Hier erfährst du, welche Möglichkeiten es gibt, was beim Umbau einer Mandoline zu beachten ist und wie du Griffbilder für Linkshänder liest.
Drei Wege für Linkshänder
1. Rechtshändig lernen
Viele Linkshänder spielen die Mandoline ganz normal rechtshändig. Beim Instrument arbeiten beide Hände anspruchsvoll: Die Greifhand braucht Kraft und Geschicklichkeit, die Anschlagshand Rhythmus. Als Anfänger lernst du ohnehin beides neu. Vorteil: Du kannst jedes Instrument im Laden, im Unterricht oder bei Freunden spielen.
2. Eine Linkshänder-Mandoline kaufen
Einige Hersteller bieten spiegelbildlich gebaute Mandolinen an. Das ist die sauberste Lösung, wenn du dich spiegelverkehrt wohler fühlst – vor allem bei A- und F-Style-Mandolinen, deren Innenleben nicht symmetrisch ist. Die Auswahl ist kleiner und die Preise sind manchmal etwas höher.
3. Eine Rechtshänder-Mandoline umbauen
Umsaiten ist möglich, aber mehr als Saiten umdrehen:
- Sattel: Die Kerben sind für die jeweilige Saitenstärke gefeilt – meist ist ein neuer Sattel nötig.
- Steg: Viele Stege sind kompensiert (unterschiedliche Auflagepunkte je Saite) und müssen gedreht oder ersetzt werden.
- Innenbalken: Bei A- und F-Style-Mandolinen sind die Balken unter der Decke oft auf die Rechtshänder-Saitenlage abgestimmt – nach dem Umbau kann der Klang leiden.
- Schlagbrett und Schnecke sitzen danach auf der „falschen“ Seite – optisch, nicht klanglich wichtig.
Bei Flachmandolinen mit symmetrischer Bauweise gelingt der Umbau am ehesten. Lass ihn am besten in einer Fachwerkstatt machen.
Griffbilder für Linkshänder lesen
Griffbilder – auch in unserer Akkord-Bibliothek – zeigen die Rechtshänder-Ansicht: die tiefe G-Saite links. Als Linkshänder mit gespiegelter Mandoline liest du sie einfach spiegelverkehrt: Die G-Saite ist dann rechts. Bünde und Finger bleiben gleich. Tabs und Noten musst du nicht umrechnen – sie sind für Links- und Rechtshänder identisch.
Unsere Empfehlung
- Noch unentschieden? Probier ein paar Minuten beide Richtungen aus. Fühlt sich eine Seite deutlich natürlicher an, folge diesem Gefühl.
- Für Kinder: Viele Musikschulen empfehlen, rechtshändig zu beginnen – sprich das mit der Lehrkraft ab.
- Vor dem Kauf: Lies den Ratgeber „Mandoline kaufen“ – die Prüfpunkte gelten auch für Linkshänder-Modelle.
Tipps für Linkshänder, die rechtshändig spielen
- Die Greifhand ist deine Stärke: Linkshänder greifen oft schneller sicher – nutze das und lerne früh neue Akkorde.
- Die Anschlagshand gezielt trainieren: Übe den Wechselschlag täglich ein paar Minuten auf leeren Saiten, zuerst langsam mit dem Metronom.
- Locker bleiben: Verkrampft die ungewohnte Hand, kurz ausschütteln und langsamer weitermachen.
- Geduld: Nach etwa zwei bis vier Wochen fühlt sich die Anschlagshand meist deutlich natürlicher an.
Eine Linkshänder-Mandoline gebraucht kaufen
Linkshänder-Mandolinen sind seltener, aber auf dem Gebrauchtmarkt regelmäßig zu finden. Prüfe dieselben Punkte wie bei jeder Mandoline: Saitenlage, Bundreinheit, Risse und Mechaniken. Frag nach, ob das Instrument ab Werk als Linkshänder-Modell gebaut oder nachträglich umgebaut wurde – ein ab Werk gespiegeltes Instrument ist in der Regel die bessere Wahl.
Häufige Fragen
Spielen berühmte Musiker linkshändig Mandoline?
Linkshändig spielende Mandolinisten sind selten; die meisten Linkshänder haben rechtshändig gelernt. Das zeigt vor allem, dass beide Wege funktionieren.
Muss ich als Linkshänder andere Noten oder Tabs lesen?
Nein. Noten und Tabs beschreiben Saite, Bund und Rhythmus – die sind für Links- und Rechtshänder gleich. Nur Griffbilder (Akkorddiagramme) musst du bei einer gespiegelten Mandoline gedanklich spiegeln.
Was kostet ein Umbau in der Werkstatt?
Das hängt vom Instrument und dem Aufwand ab (neuer Sattel, Steg, eventuell Balken). Lass dir vorher einen Kostenvoranschlag geben – bei günstigen Mandolinen ist ein Linkshänder-Modell oft wirtschaftlicher als der Umbau.
