Die Mandolinen-Familie: Mandola, Oktavmandoline und Mandocello

Titelgrafik „Die Mandolinen-Familie“: vier versetzte Balken für die TonumfängeKI-generiert

Die Mandoline hat große Geschwister: Mandola, Oktavmandoline und Mandocello. Sie funktionieren nach demselben Prinzip – vier Saitenpaare in Quinten gestimmt – klingen aber tiefer. Hier erfährst du, wie sie gestimmt sind, wo sie gespielt werden und ob sich der Umstieg lohnt.

KI-generiertC2C3C4C5MandolineG-D-A-EG3E5Mandola (Quintstimmung)C-G-D-AC3A4Oktavmandola / OktavmandolineG-D-A-E, eine Oktave tieferG2E4MandocelloC-G-D-A, wie ein CelloC2A3tiefste bis höchste leere Saite (C4 = eingestrichenes c)
Die Mandolinen-Familie im Vergleich: je größer das Instrument, desto tiefer der Tonumfang.

Die Mandoline

Das bekannteste Familienmitglied, gestimmt G-D-A-E wie eine Geige, mit einer Mensur von rund 33 bis 36 cm. Alles zu Bauformen und Stilen findest du unter Arten von Mandolinen.

Die Mandola

Die Mandola ist größer als die Mandoline. Ihre Stimmung ist nicht überall gleich:

  • Quintstimmung C-G-D-A: eine Quinte tiefer als die Mandoline, wie die Bratsche. So ist sie international und im Bluegrass meist gestimmt.
  • Oktavstimmung G-D-A-E: genau eine Oktave tiefer als die Mandoline. Diese Oktavmandola (auch Tenormandola) ist in deutschen Zupforchestern verbreitet – Mandolinenspieler können die Griffe direkt übernehmen.

Die Oktavmandoline

Sie ist wie die Oktavmandola eine Oktave tiefer gestimmt (G-D-A-E), hat aber oft eine noch längere Mensur. Besonders beliebt ist sie im Irish Folk, wo sie neben der Bouzouki Akkorde und Melodien übernimmt. In der keltischen Musik findet man auch abweichende Stimmungen, etwa G-D-A-D.

Das Mandocello

Das Mandocello ist gestimmt wie ein Cello: C-G-D-A, eine Oktave unter der Mandola in Quintstimmung. Im Zupforchester übernimmt es Bass- und Tenorstimmen, im Folk sorgt es für einen vollen, warmen Klang.

Im Zupforchester

Ein typisches deutsches Zupforchester besteht aus erster und zweiter Mandoline, Mandola, Gitarre und Kontrabass, manchmal ergänzt um Mandoloncello. Wer Mandoline spielt, kann dort meist schnell auch die Mandola übernehmen.

InstrumentStimmungKlangTypisch für
MandolineG-D-A-Ehell, perlendalle Stile
Mandola (Quintstimmung)C-G-D-Awarm, dunklerBluegrass, Klassik international
Oktavmandola / OktavmandolineG-D-A-E (Oktave tiefer)voll, rundZupforchester (D), Irish Folk
MandocelloC-G-D-A (Cellolage)tief, sonorZupforchester, Folk
Die Mandolinen-Familie auf einen Blick.

Lohnt sich ein zweites Instrument?

Für den Anfang: nein – lerne zuerst die Mandoline gut kennen. Später ist die Oktavmandola der einfachste Einstieg, weil die Griffe gleich bleiben. Für eine Mandola in Quintstimmung musst du umdenken: Griffe und Noten liegen anders. Welche Mandoline für dich passt, verrät der Kaufberater.

Klang und Spielgefühl im Vergleich

Je größer das Instrument, desto länger die Mensur – und desto weiter liegen die Bünde auseinander. Auf der Mandoline greifst du in der ersten Lage bequem vier Bünde mit vier Fingern; auf Mandola und Oktavmandoline wird es enger, beim Mandocello brauchst du fast schon Gitarren-Fingersätze. Dafür klingen die tiefen Instrumente länger nach und tragen weniger „spitz“ – ideal für Begleitung, ruhige Melodien und Akkorde.

  • Mandoline: kurze Wege, schnelle Läufe, perlender Klang – die Melodiestimme.
  • Mandola: wärmer und runder, gut für Mittelstimmen und Balladen.
  • Oktavmandoline: voll und resonant, im Folk oft das Akkordinstrument.
  • Mandocello: tief und sonor, trägt das Fundament im Ensemble.

Saiten und Zubehör

Jedes Familienmitglied braucht eigene, passende Saitensätze – Mandolinensaiten sind für die längere Mensur einer Mandola zu dünn. Auch Koffer und Taschen gibt es jeweils in eigenen Größen. Plektren kannst du dagegen weiterverwenden; für die tiefen Instrumente greifen viele zu etwas dickeren Modellen. Tipps dazu: Plektren für Mandoline.

Häufige Fragen

Kann ich Mandolinen-Noten auf der Mandola spielen?

Auf der Oktavmandola (G-D-A-E) ja – du greifst genau wie auf der Mandoline, es klingt nur eine Oktave tiefer. Auf der Mandola in Quintstimmung (C-G-D-A) nicht direkt: Hier wird meist im Altschlüssel notiert, wie bei der Bratsche.

Ist die Bouzouki auch ein Familienmitglied?

Die irische Bouzouki ist eng verwandt mit der Oktavmandoline und wird im Irish Folk oft ähnlich eingesetzt, stammt aber ursprünglich aus Griechenland und hat eine eigene Bauweise und häufig andere Stimmungen.

Wo kann ich die tiefen Instrumente ausprobieren?

Am einfachsten in einem Zupforchester oder einer Musikschule: Viele Orchester verleihen Mandolen und Mandocelli an neue Mitglieder. Eine Karte mit Zupforchestern in Deutschland findest du zum Beispiel auf gezupftes.de.