Mandoline in Rock und Pop: Songs, in denen du sie hörst

Titelgrafik „Mandoline in moderner Musik“: fünf Notenlinien mit aufsteigenden NotenKI-generiert

Die Mandoline steht für Klassik, Folk und Bluegrass. In Rock und Pop taucht sie seltener auf, dafür in einigen Liedern, die fast jeder kennt. Hier sind vier davon, mit dem Hinweis, wer spielt und wo im Stück du hinhören musst.

Vier Songs zum Hinhören

SongJahrMandoline gespielt vonWo du sie hörst
„Maggie May“ (Rod Stewart)1971Ray Jackson von der Band Lindisfarneim Nachspiel am Ende des Songs
„The Battle of Evermore“ (Led Zeppelin)1971Jimmy Pagedurchgehend, zusammen mit akustischer Gitarre
„Going to California“ (Led Zeppelin)1971John Paul Jonesals Begleitung neben der Gitarre von Jimmy Page
„Losing My Religion“ (R.E.M.)1991Peter Buckim Riff, das den ganzen Song trägt
Angaben nach den unten genannten Quellen.

Drei der vier Stücke stammen aus demselben Jahr: Anfang der 1970er-Jahre griffen Rockmusiker gern zu akustischen Instrumenten aus dem Folk. Zwanzig Jahre später wurde ein Mandolinen-Riff zum größten Hit von R.E.M.

Worauf du achten kannst

  • „Maggie May“: Die Mandoline setzt erst ein, wenn der Gesang vorbei ist. Das Nachspiel ist einer der bekanntesten Mandolinen-Momente der Rockmusik. Der Song stammt vom Album „Every Picture Tells a Story“.
  • „The Battle of Evermore“ und „Going to California“: Beide stehen auf dem vierten Album von Led Zeppelin. Im ersten trägt die Mandoline das ganze Stück, im zweiten umspielt sie die Gitarre. Ein guter Vergleich, wie unterschiedlich das Instrument in derselben Band klingt.
  • „Losing My Religion“: Das Riff läuft fast ununterbrochen durch. Achte darauf, wie wenig Töne es braucht und wie stark der gleichmäßige Anschlag den Song antreibt. Das Stück erschien auf dem Album „Out of Time“.

Mandoline oder Banjo? Eine häufige Verwechslung

Im Folk-Pop der 2010er-Jahre wird der helle Zupfklang oft der Mandoline zugeschrieben. Bei Mumford & Sons prägt aber ein Banjo den Bandklang, auf den frühen Alben gespielt von Winston Marshall. Auch die schnellen Figuren in „Little Lion Man“ kommen vom Banjo. Marcus Mumford greift in der Band unter anderem zur Mandoline, das prägende Zupfinstrument ist sie dort nicht.

So hörst du den Unterschied:

  • Banjo: metallisch und trocken; die Töne perlen in schnellen, rollenden Folgen. Der Klang entsteht über einem Fell, das wie bei einer Trommel gespannt ist.
  • Mandoline: hell und etwas weicher, durch die Doppelsaiten leicht schwebend. Lange Töne werden mit Tremolo gehalten.

Virtuosen von heute

Wer hören will, was auf dem Instrument möglich ist, landet schnell bei Chris Thile. Er spielt mit Nickel Creek und den Punch Brothers zwischen Bluegrass, Pop und Klassik und hat Sonaten und Partiten von Bach auf der Mandoline aufgenommen. Avi Avital steht für die klassische Seite. Beide stellt der Beitrag Berühmte Mandolinenspieler vor.

Was du davon selbst spielen kannst

Noten und Tabs dieser Songs findest du hier nicht, weil sie urheberrechtlich geschützt sind. Die Techniken dahinter kannst du üben:

  • Riffs aus einzelnen Tönen und gebrochenen Akkorden: Griffe aus der Akkord-Bibliothek Saite für Saite anschlagen, im Wechselschlag.
  • Melodien mit lang gehaltenen Tönen: mit Tremolo.
  • Begleitung im Folk-Stil: einfache Griffe im Takt, dazu das Metronom.

Gemeinfreie Lieder mit Akkorden und Tabs stehen in der Lied-Bibliothek.

Häufige Fragen

Welche Mandoline hört man in Rock und Pop?

Meist Instrumente mit flachem oder gewölbtem Korpus und Stahlsaiten, also A- oder F-Style und Flachmandolinen. Die Schalenmandoline aus der Klassik ist dort selten (Arten von Mandolinen).

Brauche ich für solche Songs eine elektrische Mandoline?

Nein. Die genannten Aufnahmen sind akustisch gespielt. Erst auf einer lauten Bühne wird Verstärkung zum Thema.

Quellen