Die ersten Schritte auf der Mandoline

Titelgrafik „Erste Schritte“: ein G-Dur-Griffbild mit drei leeren Saiten und zwei gegriffenen TönenKI-generiert

Stimmen, halten, drei Griffe, zwei Melodien: Mehr braucht es für den Anfang nicht. Dieser Beitrag führt dich durch die erste Woche und zeigt jeden Griff als Bild und jede Melodie als Tabulatur.

Kurz gesagt

  • Die Mandoline hat vier Saitenpaare, gestimmt G-D-A-E wie eine Geige.
  • Mit G, C und D begleitest du schon viele Lieder; jeder dieser Griffe braucht zwei Finger.
  • Tabs zeigen Saite und Bund. Noten musst du dafür nicht lesen können.
  • Zehn bis fünfzehn Minuten am Tag bringen mehr als eine lange Einheit am Wochenende.

Das Instrument kennenlernen

Eine Mandoline hat acht Saiten in vier Paaren. Beide Saiten eines Paares sind gleich gestimmt und werden immer zusammen gegriffen und angeschlagen.

KI-generiertKopf mit MechanikenSattelBundstäbchenGriffbrettSchalllochDeckeSaitenhalterStegKorpusHals4 Saitenpaare: G D A E
Aufbau der Mandoline – vereinfachte Darstellung einer Mandoline mit rundem Schallloch und acht Saiten in vier Paaren.

Die Teile kurz erklärt:

  • Korpus und Decke – der Resonanzkörper; vor allem die Decke (Oberseite) schwingt und erzeugt den Klang.
  • Schallloch – lässt den Klang aus dem Korpus; A- und F-Style-Mandolinen haben stattdessen oft zwei F-Löcher.
  • Steg – überträgt die Schwingung der Saiten auf die Decke. Er ist meist nur durch den Saitendruck gehalten und muss richtig stehen.
  • Saitenhalter – hält die Saitenenden am unteren Ende des Korpus.
  • Hals, Griffbrett und Bundstäbchen – hier greifst du die Töne; jeder Bund ist einen Halbton höher.
  • Sattel – die Auflage am Kopfende; Sattel und Steg begrenzen die schwingende Saitenlänge (Mensur, meist rund 33 bis 36 cm).
  • Kopf mit Mechaniken – acht Wirbel, einer pro Saite.

Stimmen: G, D, A, E

Von der tiefsten zur höchsten Saite heißen die Paare G, D, A und E. Stimme vor jedem Üben, am einfachsten mit dem Online-Stimmgerät: Mikrofon erlauben, eine Saite anschlagen und an der Mechanik drehen, bis die Anzeige in der Mitte steht. Jede der acht Saiten wird einzeln gestimmt. Die ausführliche Anleitung mit allen Tonhöhen steht im Beitrag Mandoline stimmen.

Haltung: sitzen, stützen, locker bleiben

  • Sitz aufrecht auf einem Stuhl ohne Armlehnen. Der Korpus liegt bei Rechtshändern auf dem rechten Oberschenkel und lehnt am Bauch, der Hals zeigt schräg nach oben.
  • Der rechte Unterarm liegt locker auf der Kante des Korpus und hält das Instrument am Körper.
  • Die linke Hand trägt nichts. Sie soll frei über das Griffbrett wandern können; der Daumen liegt entspannt seitlich am Hals.
  • Ein Gurt nimmt der Greifhand die Arbeit ab, auch im Sitzen.
  • Das Plektrum liegt zwischen dem Daumen und der Seite des Zeigefingers, nur die Spitze schaut heraus. Mehr dazu im Beitrag Tremolo und Wechselschlag.

Das ist die verbreitete Grundhaltung. Lehrkräfte zeigen je nach Stil Varianten, in der klassischen Zupfmusik etwa mit Fußbank. Linkshänder finden ihre Möglichkeiten im Beitrag Mandoline für Linkshänder.

Die ersten drei Griffe: G, C und D

Ein Griffbild zeigt das Griffbrett von vorn: links das tiefe G-Paar, rechts das hohe E-Paar. Ein Punkt bedeutet „hier greifen“, ein Kreis über der Saite „leer anschlagen“. Die Zahlenfolge darunter nennt den Bund je Saite von G nach E.

KI-generiert
G-DurGDAE0-0-2-3C-DurGDAE0-2-3-0D-DurGDAE2-0-0-2
G-Dur, C-Dur und D-Dur in der ersten Lage. Die Griffe stammen aus der Akkord-Bibliothek dieser Seite.
AkkordGriffSo greifst du
G-Dur0-0-2-3A-Saite im 2. Bund (Zeigefinger), E-Saite im 3. Bund (Mittelfinger); G und D bleiben leer
C-Dur0-2-3-0D-Saite im 2. Bund (Zeigefinger), A-Saite im 3. Bund (Mittelfinger); G und E bleiben leer
D-Dur2-0-0-2G-Saite im 2. Bund (Zeigefinger), E-Saite im 2. Bund (Mittelfinger); D und A bleiben leer
Der Fingersatz ist ein Vorschlag. Wichtig ist, dass alle vier Paare klingen.

Schlage jeden Griff langsam Saite für Saite an. Klingt ein Paar dumpf, berührt ein Finger die Nachbarsaite: Setz die Fingerkuppe steiler auf und greif dicht hinter dem Bundstäbchen. Für den Wechsel hilft der Akkordwechsel-Trainer, alle weiteren Griffe findest du in der Akkord-Bibliothek. In vielen Liedern steht statt D-Dur ein D7; den und zwei Moll-Griffe erklärt der Beitrag Die 5 wichtigsten Mandolinen-Akkorde.

Zwei Melodien als Tab

In der Tabulatur steht jede Linie für ein Saitenpaar, unten das G-Paar, oben das E-Paar. Die Zahl nennt den Bund, 0 ist die leere Saite. Gelesen wird von links nach rechts. Beide Melodien liegen in der ersten Lage. Die Faustregel für die Finger: Bund 2 Zeigefinger, Bund 3 und 4 Mittelfinger, Bund 5 Ringfinger.

„Morgen kommt der Weihnachtsmann“ (Twinkle, Twinkle, Little Star)

Die Melodie ist ein französisches Kinderlied aus dem 18. Jahrhundert und gemeinfrei. Sie braucht nur das G- und das D-Paar. Gespielt werden die Zeilen in der Reihenfolge A, B, C, C, A, B.

KI-generiertZeile AGDAE0G0G0D0D2E2E0DTonZeile BGDAE5C5C4H4H2A2A0GTonZeile CGDAE0D0D5C5C4H4H2ATon
Der letzte Ton jeder Zeile ist doppelt so lang wie die anderen.

„Happy Birthday“

Das Lied steht im Dreivierteltakt und beginnt mit einem Auftakt: Die ersten beiden Töne jeder Zeile sind kurz. Gespielt wird auf dem D- und dem A-Paar. Die Melodie ist in der EU seit 2017 gemeinfrei.

KI-generiertZeile 1GDAE0D0D2E0D5G4FisTonZeile 2GDAE0D0D2E0D0A5GTonZeile 3GDAE0D0D5D2H5G4Fis2ETonZeile 4GDAE3C3C2H5G0A5GTon
Vier Zeilen wie beim Singen. In Zeile 3 springt die Melodie auf den 5. Bund des A-Paars.

Weitere Lieder mit Tab und Abspielknopf, darunter „Alle meine Entchen“ und „Hänschen klein“, stehen im Beitrag Mandoline-Tabs für Anfänger.

Deine erste Woche

Tag10 bis 15 Minuten
1Stimmen, Haltung einnehmen, alle vier Paare leer anschlagen
2G-Dur greifen, bis alle Paare klingen
3C-Dur dazu, langsamer Wechsel zwischen G und C
4D-Dur dazu, Wechsel G – C – D
5Zeile A und B der ersten Melodie
6Die ganze Melodie, danach die drei Griffe im Wechsel mit dem Metronom bei 60 Schlägen
7Wiederholen, was am wenigsten sauber klingt
Ein Vorschlag. Braucht ein Tag mehr Zeit, hängst du einen an.

Wie es danach weitergeht, zeigt der 30-Tage-Lernpfad.

Häufige Fragen

Tun die Fingerkuppen am Anfang weh?

Ja, in den ersten ein bis zwei Wochen ist das üblich: Die Saiten sind aus Stahl und doppelt vorhanden. Übe kurz und dafür täglich, dann gewöhnen sich die Fingerkuppen daran.

Muss ich Noten lesen können?

Für den Anfang nicht, Griffbilder und Tabs reichen. Wer später im Zupforchester spielen will, lernt Noten Schritt für Schritt dazu (Noten oder Tabs?).

Brauche ich Unterricht?

Es geht ohne, aber eine Lehrkraft sieht Haltungsfehler, die man selbst nicht bemerkt. Die Wege im Vergleich: Online-Kurs oder Privatunterricht.